Welcher Rockstar bin ich? #OMR17

In der Woche der Social Media Week Hamburg machen auch die Online Marketing Rockstars zwei Tage Station in den Hamburger Messehallen. Während die #SMWHH eine kostenlose Digitalkonferenz ist, trennt sich bei den #OMR schnell die Spreu vom Weizen: Wer das volle Programm will, zahlt übliche Konferenzpreise im dreistelligen Bereich. Darauf habe ich (selbstredend) verzichtet. Dafür aber in das erschwingliche Expo-Ticket, inklusive Expo-Party, investiert, um mir das Spektakel in diesem Jahr selbst anzusehen.
In den Vorjahren sah ich auf dem Weg zur Arbeit rund um die Sternschanze immer wieder die gut erkennbare bis uniformiert-junge Hipster-Nerd-Agentur-Crowd mit ihren OMR-Lanyards rumhüpfen – und wurde durchaus neugierig. Nun hieß es also am vergangenen Donnerstag rein ins Online Marketing Getümmel.

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In die Masterclasses oder Guided Tours hatte ich es nicht geschafft, alle Anmeldungen wurden storniert. Kein Einzelfall, wie mir die Twitter-Community bescheinigte. Beim aufmerksamen Lauschen im Messegewühl hörte ich ab und an den Satz: „Die Masterclass hat sich nicht gelohnt“ bzw. „War eine reine Werbeveranstaltung“. Scheint also verzichtbar gewesen zu sein.

Your are now entering OMR territory, hieß es über dem Eingang. Wenn es denn mal so einfach gewesen wäre. Die Akkreditierung erwies sich als Hürde, zumindest für die Veranstalter, denn die Technik hatte so ihre Tücken. Wurde aber gut gelöst, denn man ließ uns ohne weiteres Murren nach kurzem Blick aufs Ticket rein, und bat uns später nochmal wieder zu kommen, um sich final zu registrieren. Das hat dann am Ende im dritten Anlauf auch geklappt. Weitreichendere Folgen hatte da schon der Ausfall des geplanten bargeldlosen Zahlens per Chip für den Foodcourt. Das funktionierte auch erstmal nicht – also: free food for all. Wow!

Anders als ich es von den Buchmessen gewohnt bin, war es in der ersten Halle gesteckt voll vor der Bühne und zwar in der ganzen Halle. Kein Schlendern im Strom, kein Schauen. Kleingrüppchen an Kleingrüppchen drängelte sich vor der großen Hauptbühne auf der in 20-Minuten-Slots internationale Speaker die neuesten Insights und Trends zum Besten gaben. Ich kam mitten hinein in den Slot „Content Marketing“.
Zu meiner eigenen Akklimatisierung ging ich aber gleich eine Halle weiter in die Expo-Halle, der eigentlichen Messehalle, sieht man mal von den Platzhirsch-Präsentationständen von Google, Facebook, Yahoo & co. neben der Expo-Stage ab.

IMG_3391 (1)Es präsentierten sich viele Start-ups, man las noch mehr Marketing-Buzzwords an den meist schmalen und sehr schlichten Standrückwänden  und ich hatte schnell den  Eindruck, dass es Influencer für jede Lebenslage bzw. jede noch so nischige Produktbranche zu geben scheint. Außerdem gab es  erstaunlich viel „old-fashioned“-Werbematerial. Sprich „lustige“ Postkarten, Lanyards, Kugelschreiber und natürlich Süßkram (tatsächlich ungebranded!). Da war ich doch etwas überrascht bzw. enttäuscht. Gerade hier beim Branchentreff der Marketeers hatte ich mehr bzw. Innovativeres erwartet. Von digitalen Angeboten oder Optionen sich vor Ort und wie auch immer – über die angepriesenen Services zu informieren mal ganz abgesehen. Die Ausbeute meines Give-away-Sammelzugs war dann am Ende überraschend haptisch. Oder verstehe ich die „gewollte Ironie“ dahinter nur nicht?

Bildschirmfoto 2017-03-07 um 15.42.52Einen Hauch Zukunft gab es für mich nur an zwei Stellen:
Die Innovationsagentur Future Candy hatten diesen Zeitgenossen mitgebracht, der strategisch gut platziert, die Wartenden vor der Damentoilette entertainte. Das Kindchen-Schema zieht, eindeutig.
IMG_3363Im Selbstversuch bestellte ich dann meinen ersten Chatbot-Kaffee am Stand von Facebook. Auf der #smwhh17 hatte ich die Tage zuvor diverse Panel zum Thema „Kommunikation und Chatbots“ besucht. Nun also der Bot-rista-Live-Test. Im Messenger scannen und per Multiauswahl die persönlichen Kaffee-Wünsche immer detaillierter auswählen. Den Vanille-Flavour habe ich in meinem Cappuccino am Ende zwar nicht rausgeschmeckt, aber die Bestellung funktionierte und ich habe nun meinen ersten Bot-Kontakt im Adressbuch.

Wie knackig eine Präsentation mit 10 Lessons sein kann, habe ich beim Auftritt von Philipp Klöckner zum Thema SEO erlebt. Die Art des Vortrags und die Slides erinnerten mich sehr an die Impulse, die ich 2015 bei Bonnier GRID in Stockholm gehört hatte und die mich in puncto Passion und Professionalität sehr beeindruckt haben.

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Klöckners Lessons zum SEO waren dann aber ein Schlag ins Gesicht: „Fire your Social Media Manager“, „Don’t start a corporate blog“ oder auch „Forget about Social media Engagement on Facebook“. Hartes Brot für mich, aber eben auch die Sicht eines Online Marketeers. Und das war wohl mein größtes Learning bei den OMR17.
Es sind zwei Welten: Online Marketing und Social Media. Die Welten kreuzen sich immer wieder, aber doch liegen Welten dazwischen. Persönliches Highlight und den wohl sicher ungewöhnlichsten Kundenkontakt bescherte ich einer Agentur, die in Fischerhemden für ihre Hamburger Company rund um Advertising warben. Kirche und Werbung – geht das? Ich sagte: „Ja, klar. Muss.“ und steckte die Visitenkarte „für später“ ein.

Nach vier Stunden zog ich erschöpft von dannen, entschied mich zudem gegen die Expo-Party am Abend. Auch den Freitag als zweiten Messetag sparte ich mir und verbrachte ihn stattdessen auf gewohntem und erbiebigerem Terrain, auf der Social Media Week Hamburg. (Beitrag folgt in Kürze…)

Fazit: Die Online Marketing Rockstars sind eine wirklich coole Veranstaltung mit grandiosem Selbstmarketing der Macher rund um Philipp Westermeyer. Aber am Ende eine Konferenz bzw. Festival für Brancheninsider, only. #OMR18 werde ich also beruhigt die Highlights bei Twitter mitlesen und wissen, dass nicht jeder ein Rockstar sein muss.

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2 Gedanken zu “Welcher Rockstar bin ich? #OMR17

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