Dickes B und die Spree backstage

Städte vom Wasser aus zu entdecken, schult den Blick und bietet neue Perspektiven. Andere machen Bustouren zum Sightseeing, ich freue mich, wenn sich die Gelegenheit bietet auch in Großstädten ein Kajak zu leihen und Metropolen backstage zu erkunden. Nun hat es auf der Spree geklappt und dabei gab es nicht nur eine Premiere.

Der Weg weit in den Osten Berlins raus nach Köpenick zum Treffpunkt war mit der BVG allein schon ein Abenteuer. Allen (zugereisten) Berliner*innen, denen ich danach vom DDR-Funkhaus in der Nalepastraße erzählte, zuckten mit den Schultern. Mir schwante dann, dass ich die Adresse noch aus Hörbuchzeiten als Produktionsstätte für die 3D-Hörspiele (Kunstkopfstereophonie) kannte, die sich auch auf dem alten DEFA-Gelände befanden.

Etwas verspätet, aber ohne Hetzerei ging es dann auf die Spree, hinein in den Rummelsburger See, vorher vorbei am Zementwerk Berlin, der Liebesinsel und der Kratzbruch, während die Hausboote links und rechts gemütlich vor sich hin schipperten. Entlang des ehemaligen Spreeparks, den Alex immer im Blick. Unter der Elsenbrücke durch und geradewegs auf die „Molecule Men“ zu und auch hier drunter durch, während im Hintergrund schon die Oberbaumbrücke zu sehen ist. Am Badeschiff links war mächtig was los, und dass man auch von dort aus starten, d.h. Kajaks leihen kann, ist auch ein wichtige Info für’s nächste Mal.

Das Schleusen in den Landwehrkanal hinein war ursprünglich nicht geplant – und war meine erste Schleusung überhaupt. Im Nachhinein halb so wild, denn a) waren nur ein Ausflugsdampfer und wenige Motorboote mit in der Schleuse und b) war der Pegelunterschied kaum mehr als zwei Handbreit. Mission 1. Schleuse accomplished!

Blick auf die Oberbaumbrücke und Alex

Richtig kribbelig wurde es auf der Rücktour, denn es legten auf einen Schlag sieben oder acht Partyboote ab, die nicht nur für Lärm, Musik und Disconebel, sondern auch für allerlei Wellengang sorgten. Dem einem kam ich vor seinem Ablegen wohl etwas zu nah, was mit dem Schiffshorn lautstark goutiert wurde. Etwas Schlingern inklusive, habe ich es doch rechtzeitig geschafft. Adrenalin und Knieschlottern inklusive. Und wie gut, dass wir die Spree vorher in Ruhe genießen konnten. Die Hamburger Partybarkassen sind ein Kindergeburtstag dagegen. Aber ich frage mich ja ohnehin, warum man, egal in welcher Bootsklasse man sitzt, Musik mit aufs Wasser mitnehmen muss? Hält man die Stille der Natur nicht aus?

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Die Tour dauerte drei Stunden mit Pausen auf dem Wasser, nicht an Land, auch wenn es reichlich Stationen und Biergärten gegeben hätte. Die Schleuse hat auch einiges an Wartezeit gekostet. Ebenso die Fotostopps. In der Regel schafft man die Strecke sicher in zwei Stunden.
Danke an Backstagetourismus für die exzellenten Leih-Kajaks! Eine Tour durch Charlottenburg steht als nächstes auf dem Berliner Paddelplan. Zum Abschluss  ging’s für Kaffee & Kuchen direkt in die Milchbar am Funkhaus mit Blick auf die Spree.

Einfach knorke, Berlin!

 

 

 

 

 

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