Abtauchen in digitale Kunstwelten

Japan, nicht nur Land der aufgehenden Sonne, Samurais und Stäbchen. Auch das Land der Roboter, Shinkansen und vieler digitaler Innovationen und Automaten für fast alles.

Erst im Juni 2018 eröffnete das MORI Building Digital Art Museum von TeamLab in Tokyo. Ein digitales Museum nennt es sich selbst, auch wenn man den vermittelnden Charakter sicher bezweifeln kann. Ein Blog-Artikel auf Musermeku bringt das gut auf den Punkt. Gleich für den 2. Tag unserer Reise hatte ich Tickets ergattert. Was gut war, gegen den Jetlag, auch aber wegen des Wetters und wir fast 3 Stunden eintauchten in eine abgedunkelte, bunte Digitalwelt zwischen Sonnenblumen, Wäldern, Spielplätzen und Wasserfällen zum dem Motto „borderless“.


Das Gebäude ist wie ein Labyrinth, wirkt zuweilen wie ein Spiegelkabinett auf dem Rummel nur mit viel mehr Lampen, Lichtern, Filtern. Und die visuelle Reizung ist enorm. Überall bewegt sich was. Verändern sich die Projektionen an den Wänden. Man taucht ein und in ein-zwei Momenten hatte ich auch Schwierigkeiten mit dem Gleichgewichtssinn, denn die Orientierung ist durchaus anstrengend aufrecht zu erhalten. Wir starteten bei den Sonnenblumen und wurden selbst zu Blumenkindern.

Die Interaktion durch die Besucher*innen ist gewünscht, die Projektionen reagieren z.T. auf Berührungen und verändern sich. Sei es, dass sie sich neu formieren oder sich ihre Köpfe zum Berührenden drehen. Ein riesiger Spaß, v.a. auch für die vielen Kinder. Ein Spielparcours war fest in ihrer Hand, aber auch bei den Erwachsenen wächst mit zunehmendem Aufenthalt die Freude am Ausprobieren. Selbst wenn man weiß, dass es Lichtinstallationen sind, streckt man intuitiv die Hand aus und will sie berühren.

Per App, die leider wegen des Publikumansturms nicht ruckelfrei funktionierte, sollte man in einem Teil des Museums die Lichtioden steuern können und seine Stimmung in den Raum übermitteln. Schade, dass das nicht geklappt hat, aber der Gang durch den Lichterwald war dennoch magisch. Man steht, läuft und staunt.

img_20180827_1415164037513823052290119.jpgWem die Reizüberflutung dann zu viel ist, zumal die Gefahr sich in den vielen Räumen und Winkeln zu verlaufen, sehr groß ist. Barrierefrei scheint der Bau leider nicht zu sein. Der kann sich in den Tea-Room zurückziehen und eine besondere Teezeremonie genießen. Der dort kredenzte Tee nach Wahl wird vor dem Gast platziert und erhält dann ebenfalls eine Lichtshow. Bunte Blumen tanzen für ca. 15 Minuten auf der eigenen Teeoberfläche und laden zum Beobachten und Ruhen ein.

Auspowern kann man sich v.a. in der 1. Etage zwischen überdimensionalen Luftballons oder auch aufgeblasenen Eiern, die an Boxsäcke erinnern, in einem Kletterparcours oder beim Trampolinspringen, während an den Wänden bunte Wale, Elche und andere Tiere an einem vorbeiziehen.

img_20180827_1515303492368687988860900.jpg Durch die permanente Veränderung konnte ich mich kaum satt sehen und fand es eine beeindruckende Installation, die auch mit der räumlichen Wahrnehmung spielt.

Da es weitere Standorte auch in Europa gibt, würde ich nicht ausschließen, dass ich bei meinem nächsten Besuch in Paris oder London wieder in einen Ausstellungsraum des TeamLab gehe.

Digitale Kunst vom Feinsten, die meine Erwartungen mehr als erfüllt hat!

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