Von neuen und alten Gefäßen

Es ist eigentlich ein schönes Bild.
Das von zu befüllenden Gefäßen.
Eigentlich.

2019 ist jetzt knapp 4 Wochen alt und die #digitalekirche-Community hat bereits im Januar voll aufgedreht. Und das hat auch mit diesen „neuen Gefäßen“ zu tun.Für mich war es der erste „Echt jetzt?“-Moment des noch jungen Jahres: Altbischof und ehemaliger EKD-Ratsvorsitzender Wolfgang Huber warnte vor der „Twitter-Falle„, mahnte zur Real-Life-Begegnung in der Kirche und hüllt sich seitdem in Schweigen. Gut gemacht, wenn auch vermutlich noch nicht mal so intendiert.

Er hat die volle Aufmerksamkeit bekommen: Von der digitalen Kirchenblase bis hin zur Printreplik „Kirche braucht das Internet“ von Hanna Jacobs in Christ&Welt und einer sehr gelungenen Einordnung von

Und was macht Wolfgang Huber? Er ghostet weiter.

Die Nachricht, dass sich XY nun auch in sozialen Netzwerken tummelt, es gut oder nicht so doll macht, wird ja kaum beachtet (außer vielleicht als unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen Facebook-Account eröffnete), aber wer folgt z.B. Personen wie Martin Fuchs, dem @wahl_beobachter?
Dass sich nach dem Datenleck und zwei Patzertweets der Grünen-Politiker Robert Habeck (wie ich finde überaus verständlich, wenn auch gleichsam bedauerlich) medienwirksam von Twitter und Facebook abgemeldet hat.
Ja, darauf werde ich dann direkt angesprochen á la „Ich habe an Sie/dich denken müssen.“ Ein wenig muss ich dann schmunzeln, als hätte ich persönlich ein Schäfchen verloren, aber auch wiederum charmant, wenn meine Person so mit Social Media „gebrandet“ ist.

Aber nun zu den „neuen Gefäßen“. Diesen Ausdruck für Social Media Plattformen und Kanäle, die es zu bespielen, sprich zu befüllen, gilt, habe ich vom offiziellen Empfang zum Neustart der Ev. Medienakademie letzte Woche in Hamburg mitgenommen.  Er passt dann ja nur bedingt, weil zu statisch, zu wenig dialogisch, aber solang’ nicht (mehr) von „neuen Medien“ gesprochen wird, soll es mir recht sein.

„Keine Angst vor der Digitalisierung“ war das Q&A nach den Festreden überschrieben, für das ich den Organisierenden sehr dankbar bin und das die „neuen Gefäße“ mit Leben und Praxis füllte.
Franziska Bluhm (Digital-Beraterin, Journalistin) und Julia Rieke (Journalistin) zwei geladenen Dozentinnen der Ev. Medienakademie stellten schlicht die richtigen Fragen und brachten die vorherige Debatte auf real-digitalen Boden zurück. Es gehe – auch im Journalismus – eben nicht darum, alles wie wild zu bespielen, sondern sich zu fragen:
bildschirmfoto 2019-01-25 um 13.09.55
Habe ich den Content dafür?
Was will ich da überhaupt?

Nichts Neues, klar.
Basics. Classics.
Da es aber so oft so schwerfällt, gerade im Kirchenkosmos „Nein, machen wir nicht.“ zu sagen oder sich von (gefühlten) Zielgruppen begründet und mit einem guten Gefühl in der Kommunikation zu verabschieden, war Julia Riekes Einwurf vor diesem Festpublikum umso wichtiger.

Denn nur wenn ich weiß, was auf den Plattformen passiert, wenn ich die Dynamiken und Mechanismen kenne, sie zu meinen Zielen, Zielgruppen und Inhalten passen könnten, kann ich mich dafür entscheiden. Und daraus entsteht dann auch die Freiheit, es ggf. getrost sein zu lassen bzw. es bei Nicht-Gelingen oder Überforderung bewusst zu beenden. Vollkommen unabhängig davon, in welcher Form der Kanal daherkommt, denn die verändern sich ja ohnehin beständig.

In diesem Sinne uns allen ein großartiges Social Media-Jahr 2019, on- wie offline!

P.S. Ich bin gespannt, wie oft ich diese #greatesthits  (schon jetzt ein Twitter-Highlight in 2019) in den kommenden Monaten hören werde <3! 

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