Wie tickt das #HanseBarcamp?

Schon beim Meet-Up am Vorabend im Überquell am Fischmarkt war klar, das wird ein vielfältiges Barcamp, das #HanseBarcamp, der digital Interessierten, nah und ferner verbandelt mit dem Kirchenkosmos, und vieler, die #digitalekirche aus unterschiedlichsten Positionen bereits aktiv diskutieren und umsetzen. 
Keine Ahnung, wo ich an dem Samstag Morgen Zeit verdrömelt habe, dabei war der Start mit 10.30 Uhr voll in „meiner Zeit“. Dennoch war es knapp, aber doch rechtzeitig in einem knallvollen Saal im Dorothee-Sölle-Haus in Altona, mit ca. 100 Menschen auch bei maximaler Auslastung, ich sah fröhlich-freundliche Pfadinder*innen bei der Begrüßung und die Goodiebeute(l) passten farblich perfekt. Konnte also losgehen! Hashtagrunde fiel aus (meine sind btw: #socialmedia #kirchehamburg #ichsagnixzumdatenschutz), direkt rein in die Social Media Trends 2019 mit Martin Fehrensen, den ich bisher immer nur im Social Media Watchblog las und dem ich auf diversen Kanälen folge. Schön war die Betonung auf dem Status-Quo Februar 2019, – Stand HEUTE –  weil sich Social Media eben so schnell dreht, was Neues kommt, was Schlechtes geht. Zu seiner Keynote gibt es schon einige Artikel z.B. von Lena Modrow, Nordkirche oder auch von Hagen Grützmacher, kirche-hamburg.de, die die Kernthesen gut zusammenfassen: Messenger und Gruppen sind das (nicht ganz) neue Ding in Social Media. Die Kommunikation zieht sich ins Private zurück.

Und dann war da noch TikTok. Ich bin so dankbar, dass innerhalb seiner Session Raum war, die App of the Moment zu zeigen und ein Gefühl dafür zu bekommen, womit sich viele viele Jugendliche täglich beschäftigen, Zeit verbringen und als Konsumer*innen nachhaltig geprägt werden. Wer tiefer einsteigen möchte, ohne allzuviel Zeit IN der App zu verlieren, für den erklärt Martin Fehrensen den Hype wunderbar an dieser Stelle.
So muss sich zwangsläufig jedes (auch kirchliche) Digitalangebot (für Jugendliche/junge Erwachsene) auch mit der Nutzererfahrung und Benutzerfreundlichkeit dieser und andere Apps (ja, Snapchat ist immer noch da) messen lassen.

Um es abgewandelt mit Marie Kondo zu sagen:
Does this app spark the same joy, too?

Da ich in zwei Sessions aktiv involviert war, sind mir leider Themen wie „Public money, public code für Kirche“, „Bildbeschreibungen für Blinde“ und „Character Animator“ durch die Lappen gegangen. Als „Sidekick“ saß ich in der Session von Pastorin Corinna Senf, die den digitalen Gottesdienst an St. Nikolai in Hamburg vorstellte.
Spontan zusammengelegt mit der Session zum „Partizipatorischen Gottesdienst“ war eine zentrale Frage, wie das Ganze denn kostengünstiger für Gemeinden aufgesetzt werden kann. Bin gespannt, was sich aus den ersten Ideen von Friederike Wenisch entwickelt. Es war ja auch eins der wichtigsten und schon hier beschriebenen Learnings aus dem Sublan-Projekt: Gute Idee, gute Richtung, aber für einen Gottesdienst viel zu kostenintensiv. Dass ausgerechnet hier die Technik versagte und wir die YouTube-Ausschnitte nicht zu Gehör bringen konnten, nun ja…

Die Frage „Was ist Erfolg in Social Media?“ und wie definiere ich ihn für mich, mein Projekt, meine Gemeinde usw. beschäftigt mich nicht erst seit dem World Record Egg. Das war dann aber der Aufhänger für meine Instagram-Session, die, obwohl ich sie mit „EI EI EI – Instagram Insights“ überschrieben war, nichts mit Ostern zu tun hatte. Gefühlt 90% der ca. 35 Teilnehmende im Raum hatten einen Instagram-Account, einige davon betreuen selbst Business-Profile und haben, so sie denn über 100 Follower*innen haben, auch Zugriff auf die Auswertung ihrer Aktivitäten (d.h. u.a. Klicks ins Profil, wann sind die Fans online usw.), Zielgruppen (Angaben zu Alter, Wohnort, Geschlecht) und die Performance ihrer Inhalte im Feed und in den Stories (Reichweite, Impressions, Likes). Auf die Frage „Was ist denn erfolgreich?“ kann ich immer nur sagen: Kommt auf das vorher formulierte Ziel an… Je klarer das definiert ist, umso leichter kann man den Erfolg messen, ihn beschreiben und v.a. wenn nötig nachjustieren, wenn es mal nicht so gut läuft. So war das nach außen kommunizierte Ziel des Word Record Egg: „Mehr likes als Kylie Jenner“. Ziel erreicht. Das dahinterliegende Ziel jedoch lag darin,  die Aufmerksamkeit/Awareness für mentale Gesundheit und die negativen Auswirkungen durch den von Social Media ausgelösten Druck zu erhöhen. Wie weit das wirklich erreicht wurde, kann man nur ahnen.

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Wer sich mit der konkreten Formulierung von Zielen in Social Media schwer tut, kann eine Blick auf den KPI-Finder.com des Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. werfen und merkt schnell, dass es auf den Plattformen um mehr als um Likes und Followerzahlen geht. Erst gestern erschien wieder ein Artikel, warum „mehr Follower“ kein Marketing-Ziel sind bei futurebiz. Engagement, Conversion und Reichweite sind die relevanten Indikatoren. Kombiniert und in Abstimmung mit den Insights zu Alter, Wohnort, Geschlecht bekommt man recht schnell einen Eindruck, ob man auch die Followerschaft hat, die man gern hätte und wie eng die aufgebaute Beziehung zwischen Account und Fans wirklich ist.
Dass sich Personen/Persönlichkeiten leichter tun als institutionelle Accounts, wenn es darum geht Interaktionen zu generieren und Beziehungen aufzubauen zeigen z.B. @theresaliebt und @seligkeitsdinge_, die beide zum HanseBarcamp gekommen waren und großartige Stories darüber gemacht haben.

Ein kleiner Funfact: Die allgemeine Social Media-Wanderschaft zu Insta bringt es mit sich, dass auch auf Barcamps immer weniger getwittert wird. Zum Glück gab es dann doch noch eine Session zur #twomplet/#twaudes, denn gerade für #digitalekirche ist Twitter DAS Medium. Und nur so konnte ich auch immer mal wieder einen digitalen Blick nach Lübeck werfen, wo parallelODILO - Optimal digital loslegen - Sketchnote eine Zukunftskonferenz Kirche unter dem Hashtag #osLL19 stattfand. Für mich abgerundet wurde der Tag dann mit der Session zu #ODILO – Optimal digital loslegen. Eine Sessionzusammenfassung zum Digitalisierungsprojekt in Gemeinden des Kirchenkreises Hamburg-Ost findet sich hier. Die echt barcampig war, weil sie den Projektstatus – Stand HEUTE – präsentierte, zur offenen Diskussion stellte und Anregungen der Sessionteilnehmenden sehr willkommen waren. Barcamp optimal, würde ich sagen!

Wie immer war viel zu wenig Zeit zwischen den Sessions, um ausgiebig mit allen, die man gern gesprochen hätte wirklich zu sprechen. So blieb es vielfach beim Winken und Zwinkern oder beherzter Twitterei – aber bei vielen weiß ich auch: Wir haben uns digital!

Danke an das #HanseBarcamp: Wir ticken viel auf einer Welle! 

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