SPO und die Kreativität

Herbstauszeit in Sankt Peter-Ording. Zum fünften Mal bereits, in diesem Jahr sogar länger, weil es so gut tut – weil es Dank eines Fehlers im Buchungsystem sogar so sein soll und ich mich nach einem kleinen Zögern schließlich darauf einlasse. Und das erste Mal ohne wirkliches Thema im Gepäck.

Klar gibt es einiges über das ich nachdenken will: Meinen Jobwechsel in diesem Jahr, wie es im kommenden und danach im Job & privat weitergeht. Familiäre Fragen, die sich gerade in den Vordergrund drängen. Aber keine, die so laut nach Aufmerksamkeit schreit und nach adhoc-Lösungen verlangt, dass ich nicht einfach auf die Nordsee schauen kann und den Gedanken, die da kommen und gehen, nachhängen darf. 

Im Yoga Hotel Kubatzki in SPOIn der letzten Yoga-Klasse in meinem Yoga-Hideaway geht es auch genau darum, den Raum und die Zeit zu haben, das innere Selbst, „das Vertikale“ zu suchen. Das geht nur, wenn wir uns von all den „horizontalen Konzepten“ lösen. Leider habe ich den Namen des dazugehörigen Gurus nicht mehr parat. Aber genau das schaffe ich in SPO zumindest ansatzweise hervorragend.  

Und genau das war auf einer anderen Ebene auch Thema einer Session beim Beachcamp SPO ein paar Wochen zuvor. Statt auf der Nacht der Kirchen Hamburg Social Media zu betreuen, konnte ich, finally, zum Beachcamp fahren. Das Wetter war zum Glück wieder richtig gut, Ankommen beim einem Glas Wein mit Sonnenuntergang in einem Stelzenhaus-Restaurant. Und sofort raus sein. Der schlechte Handyempfang auf der Halbinsel tut sein übriges. 

Knapp 60 Leute waren beim #bcspo im Camupushus, viele von dort, einige aus Hamburg und, warum-auch-immer, viele aus Bielefeld. Bei der Auflösung dieses Rätsels habe ich wohl leider gepennt. 

Inga Wiele, die zusammen mit ihrem Mann Christian Wiele, das Beachcamp großartig organisiert, bot eine Session zu „Kreativität“ an. Eigentlich fasste sie ein YouTube-Video von John Cleese on Creativity (1991) zusammen und auch hier fielen wieder die Worte: 

Raum und Zeit. Neben Humor versteht sich. 

Denn nur, wenn wir im „offenen Modus“ sind, d.h. Luft für uns haben, können auch neue Ideen entstehen. Bekommen wir Impulse und die Chance neu zu bewerten und neue Wege zu gehen. Da hilft ein Ortswechsel. Es hilft meist schon den angestammten Platz in einem Meeting zu wechseln, denn so schnell sind wir räumlich wie innerlich festgefahren und signalisieren unserem Gehirn: „Jetzt passiert dieses oder jenes“ – eben das Erwartbare. Überliste Pawlow und fahr‘ z.B. ans Meer, um an die unteren Schichten deines Ichs, deines Egos und an deine Kreativität heranzukommen.
Mit Zuversicht, Selbstvertrauen. Dann entseht ein sogar „Das haben wir noch nie gemacht, deshalb wird es funktionieren!“. Klingt etwas sehr eso, aber #isso. 

Denkmuster durchbrechen – den Blick und den Horizont weiten. In den alltäglichen Kontexten ist es meist schwierig auf Knopfdruck kreativ zu sein, deshalb scheitern auch so viele „Brainstormings“. Das Setting lädt nicht ein, der Erwartungsdruck ist zu groß… Pepe haute dann noch diesen Satz in Ingas Session raus:

„Kreativität entsteht nicht im Mittelstrahlurin“.

Radikal formuliert, aber treffend.

Sonnenuntergang am Strand von Sankt Peter-Ording

Ein gutes Zeichen, dass Raum und Zeit für mich in SPO stimmen, ist, dass ich wieder Lust habe zu bloggen. Dass ich Lust habe und mir Zeit dafür nehme, noch ein paar Themen der letzten Monate „aufzubereiten“.  Nach Gusto. Wie sich das Blog zukünftig gestaltet, ob ich ihn umbenenne, jetzt da ich nicht mehr im kirchlichen Kontext arbeite, ist noch nicht entschieden. Hat, und auch das ist eine Erkenntnis, erst mal nicht die erste Priorität. Wenn mir was einfällt, gut. Wenn erst mal nicht, dann auch nicht schlimm. 

Nach SPO nehme ich regelmäßig mein Notizheft mit. In den letzten Jahren standen da auch die Learnings der Webinare von der (nicht mehr existierenden) Female Future Force Academy drin.
((Mit dem Text zu #FFFDay in Berlin gehe ich noch „schwanger“. Der kommt, wenn er innerlich gereift ist.))
Am ersten Abend blättere ich dann in den Notizen von vor einem Jahr, schaue was sich verändert, verschoben hat, an Prios, an Emotionen, an Fragen. Welche „meiner“ Themen noch da sind. Welche an Relevanz verloren haben. Ich sag‘ ja gern:  Mein vorgezogenes Jahresresümee – plus Yoga. 

Weiße Strandkörbe am Strand von Sankt Peter Ording

In diesem Jahr sieht es tatsächlich so aus und so fühlt es sich an, als müsste ich nicht so viel abarbeiten, nicht die großen Fragen wühlen. Es einfach genießen zu können in die Sonne zu blicken und die Gedanken auf mich zukommen zu lassen. 

Das ist sehr befreiend – und ungewohnt. Läßt potenziell Raum für Neues und macht offener. Schon allein, dass ich den ersten Abend quatschend mit einer mir fremden Gästin im Hotel verbringe und nicht das Gefühl habe, ich muss jetzt noch meine „inneren Hausaufgaben“ machen, tut gut. Freiheit genießen und zulassen. 

Es gibt keinen Plan abzuarbeiten.  Also höre ich auch auf meinen Körper und drehe tagsüber z.B. nur eine kleine Strandrunde, denn bei zwei Mal Yoga am Tag bin ich körperlich mehr als gut ausgelastet und brauche eher Ruhe als noch mehr Bewegung.

Blick auf die Pfahlbauten am Strand von Sankt Peter-OrdingEs gibt kein Pflichtprogramm.

SPO ist die Kür in der zweiten Jahreshälfte.

Die Kür für die Gesundheit. (Auch wenn es mich am Abreisetag dann doch erwischt.)

Die Kür für die eigene Kreativität.

Ich bin gespannt, was daraus in den kommenden Monaten entsteht. 

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